EDC/Musik

Der Berliner, der Hannoveraner, Eure erste Schallplatte [20]

Hättest du es gewusst? – Die Schallplatte wurde von einem Hannoveraner erfunden und feiert ihren 120. Geburtstag! Erfahre mehr über Emil Berliner, seine Erfindungen und die Interview-Reihe „Meine erste Schallplatte“. Zum vorläufigen Abschluss dieser Reihe brandaktuelle News: Der Bund fördert das in Hannover geplante Musiktechnik-Zentrum.

Fact 20 – Voice Mail, Sprachnachricht, Anrufbeantworter und Sprachnotiz: Auch all das verdanken wir Emil Berliner. 1907 versendet er erstmals einen gesprochenen Brief – natürlich in Form einer Schallplatte. Einige Jahre später kann jede Person besprochene Platten mit eigener Sprachnachricht per Post verschicken.

Es ist der 9. November 2018. In diesem Beitrag zäumen wir das Pferd ausnahmsweise mal von hinten auf bzw. spielen die Platte rückwärts ab. Ganz aktuell geht gerade folgende Meldung durch die sozialen Medien: „Der Einsatz in Berlin hat sich voll gelohnt, ein toller Erfolg für Hannover! Unter dem Titel ‚Backward//PLAY//Forward’ entsteht in Hannovers Nordstadt ein Deutsches Zentrum für Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Musiktechnik. Mit diesem bundesweit einzigartigen Projekt wird ein Stück hannoversche Musikgeschichte geschrieben und die Nordstadt ist um einen kreativen Leuchtturm reicher. Ich danke allen Beteiligten für ihr Engagement für das Projekt.“ Dies postete SPD-Politikerin Yasmin Fahimi auf ihrer Facebook-Seite. Es soll, so fügt Fahimi auf ihrer eigenen Internetseite hinzu, „auf dem Grundstück Weidendamm 46 ein Deutsches Zentrum für Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Musiktechnik entstehen. Den imposanten ehemaligen Rundbunker auf dem Gelände will Holger Maack, Vorstand der Deutschen Rockmusik Stiftung, in das Vorhaben mit einbeziehen: 'Wir planen ein Leitprojekt mit globaler Ausstrahlung. Wir wollen versuchen, über den Blick in die Vergangenheit und auf das Heute, zukünftige Entwicklungen im Bereich der Musik und Musiktechnik zu beeinflussen. Im Vordergrund steht die aktive Musikvermittlung für ein Fach- und Breitenpublikum.' Ergänzend dazu wird es Erlebnisausstellungen und musikalische Experimente für Schülerinnen und Schüler geben. Auch sollen die Räumlichkeiten für Veranstaltungen oder als 'co-working spaces' genutzt werden.“

Wenn ihr euch jetzt fragt: Was? Worum geht es eigentlich? – dann verraten wir euch: Dieser Blog ist nur der Anfang! Zum Hintergrund fangen wir also doch mal von vorn an …

Es ist 2017. Die Entertainment Distribution Company (EDC) meldet sich insolvent. Der Stellenabbau durch Kündigung von Mitarbeiter*innen (vornehmlich in der Logistik, Produktion und Verwaltung) begann bereits 2016. Zu diesem Zeitpunkt sieht es noch nicht ganz so düster aus. Doch Streaming – sowohl von Musik über Online-Dienste wie Spotify als auch von Filmen und Serien über Anbieter wie Netflix – wird immer beliebter. Der CD- und DVD-Markt leidet darunter und verzeichnet permanent sinkende Verkaufszahlen. Der Trend geht weg vom haptischen Material, weg vom Besitzen und hin zum Teilen. Dies betrifft viele Lebensbereiche, so auch die Musikwirtschaft. Als die EDC am 1. März 2017 endgültig schließt, beginnt der große Ausverkauf: Betriebsfahrzeuge, ein Edelstahl-Silo, Maschinen groß und klein, DVD- und CD-Pressen, sogar eine Alpha Toolex, ein Vinyl-Presswerk, aus den 1970er Jahren und natürlich Briefe, Fotos, goldene Schallplatten, das erste Grammophon, Sonderpressungen und Prototypen werden in einer vierwöchigen Online-Auktion versteigert. In diesem Zuge kauft das kre|H|tiv Netzwerk Hannover e.V. den EDC-Nachlass auf und hebt dabei ungeahnte Schätze.
Aus der Frage, was aus diesen wertvollen Stücken Kultur- und Technikgeschichte der Musik werden soll, entwickelt sich alsbald das Projekt unter dem Arbeitstitel ‚Backward//PLAY//Forward’. Es soll das Deutsche Zentrum für Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Musiktechnik werden. Verschiedene Personen und Institutionen sind beteiligt, brainstormen, entwickeln und planen. Jetzt hat der Bund 4,5 Millionen Euro zugesagt, um die Ideen zu fördern und das Projekt seiner Realisierung näher zu bringen.


Wir sind begeistert und ihr seid gespannt, wie es weitergeht. Also: Stay tuned! Wir halten euch auf dem Laufenden.


Mach mit bei unserer Video-Aktion!

Meine erste Schallplatte - Deine Geschichte

Wir haben bekannte und unbekannte Hannoveranerinnen und Hannoveraner gebeten, uns vor der Kamera von ihrer ersten Schallplatte zu erzählen. Das soll aber erst der Anfang sein: Wir laden dich ein, uns Videos mit deiner eigenen Geschichte zu schicken. Hier gehts zum Formular.
Schau dir hier die bereits eingereichten Videos an.


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